Sichtbar werden statt suchen Wie Pflegebetriebe Bewerber gewinnen

Die meisten Pflegedienstleiter und Geschäftsführer suchen immer noch wie vor zehn Jahren nach Personal. Sie schalten Anzeigen, hoffen auf Bewerbungen und wundern sich, wenn wenig kommt. Gleichzeitig passiert draußen etwas ganz anderes: Bewerber recherchieren online, schauen sich Unternehmen an, lesen Bewertungen und entscheiden oft schon, bevor sie überhaupt anrufen, ob sie mit euch in Kontakt treten wollen.

Das ist nicht mehr nur ein Randphänomen. Das ist die neue Realität. Und für viele Pflegeunternehmen bedeutet das: Sie spielen noch nach den alten Regeln, während die Kandidaten längst woanders sind.

Das Problem ist nicht, dass es zu wenig Bewerber gibt. Das Problem ist, dass deine potentiellen Mitarbeiter dich einfach nicht finden oder wenn sie dich finden, kein ansprechendes Bild von dir bekommen.

Die neue Realität der Bewerbersuche

Stellen wir uns eine konkrete Situation vor: Eine Pflegekraft ist auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Sie googelt Pflegedienste in ihrer Nähe. Sie schaut sich Websites an, liest Google-Bewertungen, scrollt durch Social Media. Sie überlegt: Wirkt dieser Betrieb professionell? Kümmert sich das Unternehmen um sein Image oder ist das ein reiner Verwaltungsbetrieb? Arbeiten dort Menschen, denen ich vertrauen kann?

Wenn sie bei dir landet und deine Website aussieht, als wäre sie 2005 gestaltet worden, wenn es keine Bewertungen gibt oder wenn Bewertungen existieren, die eher abschreckend wirken, dann ist die Chance sehr hoch, dass sie weiterklickt. Sie muss keine gründliche Recherche betreiben. Sie hat sofort ein Bauchgefühl: Das ist nicht der Ort, wo ich arbeiten möchte.

Das klingt hart, aber es ist genau so real wie die Tatsache, dass Bewerber nach besser bezahlten Jobs suchen oder lieber in Großstädten arbeiten wollen. Es geht nicht um Wahrnehmung oder Marketing-Tricks. Es geht darum, dass dein Unternehmen online sichtbar und glaubwürdig ist.

Alte Logik vs. Neue Chancen

Viele Pflegedienstleitungen denken: Ich habe keine Zeit für so etwas. Ich muss mich um die Patienten, um die Planung, um die Prozesse kümmern. Und das stimmt. Aber hier liegt genau die alte Logik vor: Der Unternehmer macht alles selbst, weil er meint, dass er der Einzige ist, der es richtig macht. Und deshalb hat er keine Zeit für das, was tatsächlich zieht: Bewerber anziehen, nicht suchen.

Wenn du denkst, dass Recruiting ein großes, kompliziertes Projekt ist, das Zeit frisst und Geld kostet, dann wirst du es immer wieder aufschieben. Und genau deshalb sitzen viele Pflegeunternehmen mit unbesetzten Stellen fest. Nicht weil es keine Kandidaten gibt, sondern weil sie nicht dort auftauchen, wo die Kandidaten suchen.

Wo Bewerber dich finden

Lass mich konkret werden. Wenn ein Bewerber nach deinem Unternehmen sucht, dann findet er vier Dinge:

  • Erstens: Deine Website oder zumindest dein Google-Eintrag. Das ist deine erste Visitenkarte. Wenn dort Veraltetes oder Unvollständiges steht, wenn Kontaktinformationen fehlen oder wenn alles sehr unpersönlich wirkt, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit dramatisch, dass sich jemand bewirbt.
  • Zweitens: Bewertungsportale. Wenn es dort Bewertungen gibt, dann lesen potentielle Mitarbeiter diese genau. Sie wollen wissen, wie Kolleginnen und Kollegen von eurem Unternehmen sprechen. Sie wollen wissen, ob es dort ein gutes Klima gibt, ob die Leitung zugänglich ist, ob sich Menschen gesehen fühlen.
  • Drittens: Social Media. Viele Unternehmen sind dort gar nicht präsent oder nur sehr selten. Das bedeutet: Der Bewerber hat kein aktuelles Bild davon, was bei euch passiert. Keine Einblicke, keine Geschichten, nichts, das zeigt, dass es dort Menschen gibt und nicht nur eine Verwaltung.
  • Viertens: Informelle Netzwerke. Wenn jemand dein Unternehmen kennt, weil Verwandte oder Bekannte dort arbeiten oder gearbeitet haben, dann ist das deine beste Werbung. Das ist nur möglich, wenn die Leute, die dort arbeiten, gerne darüber sprechen.

Das Interessante ist: Keines dieser vier Dinge kostet viel Geld. Das meiste kostet Zeit und Bewusstsein. Es kostet die Bereitschaft, dich selbst anders zu sehen: nicht als reines Verwaltungsunternehmen, sondern als Ort, an dem Menschen arbeiten, sich entwickeln und gebraucht werden.

Verantwortlichkeiten verteilen

Hier beginnt die echte Entkopplung: Du kannst nicht alle vier Bereiche selbst managen. Du brauchst nicht mehr Zeit von dir selbst, sondern Klarheit darüber, wer was macht. Vielleicht ist es jemand aus deinem Team, der gerne schreibt und Bilder macht. Vielleicht ist es eine Person, die die Website pflegt. Vielleicht fragst du eine andere Organisation, wie sie das handhabt, und lernst davon.

Sichtbarkeit schafft Erfolg

Das Gegenteil von Suchen ist nicht Warten. Das Gegenteil von Suchen ist Sichtbarkeit. Wenn du präsent bist, wenn dein Unternehmen online gut aussieht, wenn Bewertungen existieren, wenn deine Mitarbeiter gerne erzählen, wo sie arbeiten, dann werden Bewerber dich finden.

Nicht weil du dich in den Zeitungsanzeigen schaltest. Nicht weil du Personalvermittler beauftragst. Sondern weil dein Unternehmen dort auftaucht, wo Kandidaten suchen und weil es dort wie ein vertrauenswürdiger, professioneller und menschlicher Ort wirkt.

Das braucht nicht viel. Aber es braucht Aufmerksamkeit. Es braucht die Idee, dass dein Unternehmen nicht nur intern existiert, sondern auch extern sichtbar sein darf. Und das braucht eine Verantwortliche Person, die das im Blick hat. Nicht dich als Geschäftsführer, der alles macht. Sondern jemanden, für den es Teil ihrer Rolle ist.

Bewerber finden statt suchen. Das ist nicht neu. Aber es ist eine Umstellung, wenn du gewöhnt bist, Anzeigen zu schalten und zu hoffen. Wenn du verstehst, dass gute Kandidaten nicht passiv auf deine Anzeige warten, sondern aktiv recherchieren, dann ändert sich deine Strategie. Nicht dramatisch. Aber nachhaltig.

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